Autonomes Fahren lässt sich trotz Todesfall nicht mehr aufhalten

In: Selbstfahrende Autos / autonomes Fahren

Die Meldung über den Autounfall kürzlich in Arizona zwischen einem autonom fahrenden Auto des Fahrdienstleisters Uber und einer Fussgängerin, die dabei ums Leben kam, ging um die ganze Welt und liess aufhorchen. So ein Ereignis ist natürlich sehr tragisch, vor allem dann, wenn es bei Verkehrsunfällen Tote gibt.

In diesem Artikel:

  • Hätte ein Mensch den Unfall vermeiden können?
  • Wie sicher ist autonomes Fahren heute schon?
  • Man müsste auch die Fussgänger in die Pflicht nehmen
  • Autonome Autos lassen sich nicht mehr verhindern
  • Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, aber schon bald …

 

Hätte ein Mensch den Unfall vermeiden können?

In diesem konkreten Fall sagt die Polizei aber, dass es verrmutlich schwer zu vermeiden gewesen wäre, auch wenn ein Mensch gefahren wäre. Vermutlich sei die Frau aus dem Schatten heraus unmittelbar auf die Fahrbahn getreten. Da hätte vermutlich jeder andere menschliche Fahrer auch Probleme gehabt, rechtzeitig zu bremsen. (Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_83420990/autonomes-auto-uber-bei-toedlichem-unfall-womoeglich-schuldlos.html).

Wie sicher ist autonomes Fahren heute schon?

In diesem Fall sorgt das natürlich für weltweites Aufsehen, weil es sich um ein selbstfahrendes Testauto und dann erst noch vom umstrittenen Fahrdienst Uber handelte. Ich glaube nicht, dass solche Vorfälle, wie tragisch sie im Einzelfall auch immer sein mögen, die Entwicklung aufhalten werden.

Google hat bereits 2009 begonnen und mit selbstfahrenden Autos experimentiert. Die 60 Testfahrzeuge waren auf 3.7 Mio. Kilometern bis November 2016 an sehr weniger Unfällen beteiligt. Es war aber immer der andere schuld, ausser in einem Fall, wo das Google Auto selber schuld war. Das zeigt die hohe Sicherheit von selbstfahrenden Fahrzeugen heute schon. Google hat diese Sparte in die Tochtergesellschaft Waymo ausgelagert. Diese haben gerade die letzten Tage verkündet, dass sie mit selbstfahrenden Taxis in eine weitere Phase gehen möchten.

Man müsste auch die Fussgänger in die Pflicht nehmen

Nochmals: So ein Ereignis ist schlimm genug. Doch muss man bei solchen Ereignissen auch die Fussgänger mehr in die Pflicht nehmen. Wie viele Fussgänger rennen mit dem Blick aufs Handy und Kopfhörern im Ohr auf die Strasse, ohne auf den Verkehr zu achten. Im Winter tragen sie oftmals dunkle Kleidung, die in der Dämmerung für den Autofahrer schlecht erkennbar sind. Kürzlich lief mir eine Mutter mit Kinderwagen, mit der linken Hand den Kinderwagen stossend und mit der rechten das Handy am Ohr, direkt vors Auto.

Hier müsste man mal ansetzen. Ich glaube auch, dass gerade in diesen Situationen die Maschine, das selbstfahrende Auto, dem menschlichen Fahrer schon bald überlegen sein wird. Denn Sensoren funktionieren auch bei schlechtem Licht besser als unser menschliches Auge oder erfassen auch einen Kinderwagen, der unvermittelt vor Ihr Auto „läuft“.

Autonome Autos lassen sich nicht mehr verhindern

Als die ersten Autos aufkamen, versuchte man auch mit Verboten, diese von der Strasse fernzuhalten. Der Schweizer Kanton Graubünden hat noch im August 1900 die Autos auf seinen Strassen verboten. Doch die Entwicklung liess sich nicht aufhalten. Man musste den Verkehr regulieren. In der Anfangsphase gab es auch keine Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Parkverbote. Das musste damals alles mit dem aufkommenden Verkehr geregelt werden. So wird es auch mit den selbstfahrenden Autos sein.

Doch erst eine Vielzahl an autonomen Fahrzeugen wird uns den Nutzen bescheren können. Eine Flotte selbstfahrender emissionsfreier Fahrzeuge könnte uns vom Stau und der schlechten Luft in den Innenstädten befreien. Eine künstliche Intelligenz lenkt und steuert den ganzen Verkehr in der Innenstadt. So kommen wir wieder geplant und stress- und unfallfrei zu unserem Bestimmungsort. In wenigen Jahren ist ein solches Szenario denkbar.

Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, aber schon bald …

Ich bin aber überzeugt, dass wir dank dieser Technologie schon sehr viel mehr Sicherheit haben werden, als wir Menschen es selber könnten. Doch es gibt eine Evolution und Entwicklung bis wir das perfekte selbstfahrende Auto entwickelt haben werden. Doch wir sind schon viel näher, als die meisten von uns denken.

Und nochmals. Es ist tragisch, was in Arizona passiert ist. Wäre es aber ein menschlicher Fahrer gewesen, hätte diese Meldung es nicht bis zu uns geschafft.

 


Bildquelle Beitragsbild: shutterstock_589267616

By: Jörg Eugster
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